Pfälzer Weinstube mal anders

Die ‚Genuss Fraktion‘ hat im Oktober 2015 in Hainfeld eröffnet. Zuvor war hier das Restaurant ‚Esszimmer‘ beheimatet, das mittlerweile nach Burrweiler umgezogen ist. Lange war das kleine Lokal geschlossen, bis es Ende des letzten Jahres wiederbelebt wurde. Der Name ist Programm: außergewöhnlich der Name und auch das Konzept.

Reservieren ist nicht vorgesehen, wer kommt und einen Platz findet, ordert Speisen und Getränke an der Bar. Serviert und bezahlt wird am Tisch. Also ein bisschen Pfälzer Hütte, gemischt mit Restaurant, besonderen Gerichten und natürlich Genuss! Eine tolle Idee und absolut einen Besuch wert.

Das Ambiente

Die Inneneinrichtung ist unverändert geblieben: modern und rustikal. Holz dominiert, blanke moderne Holztische, Holzparkett. Dazu eine gemauerte Steinwand und weiss verputzte Wände. Über eine Holztreppe gelangt man ins Obergeschoss, das allerdings nur die Toilettenräume beherbergt. Unten sind  ca. 30 Plätze zu vergeben, bei unserem Besuch an einem Dienstag Abend waren diese fast alle besetzt. Der Raum ist nicht groß, daher sind die Tische nahe beieinander, aber das stört die Unterhaltung nicht, fördert aber die tischübergreifende Kommunikation.

Die Karte

Auf den Tischen liegen die Karten für Speisen und Getränke bereit. Die Getränkekarte dominiert eine Auswahl des Hainfelder Weinguts Hundermer. Hinzu kommen Weine von Acham-Magin aus Forst oder vom Weingut Becker in  Schweigen. Weitere Angebote werden auf den Tafeln im Restaurant offeriert.

Die Speisekarte ist saisonal und umfasst Pfälzer und französische Gerichte. Eine umfangreiche Flammkuchenkarte bildet die Basis. Hinzu kamen bei unserem Besuch Wildbratwurst, Kotelett, Hirschgulasch, Innereien sowie ein Pastagericht und ‚Elwetritsche‘. Dies sind gefüllte Wachteln mit sauren Linsen. Bei den Vorspeisen reicht die Auswahl von einer Pfälzer Kartoffelsuppe bis hin zu bretonischen Austern.

Einige Desserts runden das Angebot ab. Es war ein hausgemachtes Eis des Tages dabei, leider war dieses bereits ausgegessen, was vermuten lässt, dass dieses ähnlich lecker ist wie die probierte Sahne-Vanillecreme mit Birnen.

Bestellt wird das Ganze nicht am Tisch, sondern per Selbstbedienung an der Theke. Ich persönlich mag das Konzept, es ist locker und unkompliziert, gleichzeitig ist die Speisekarte weit entfernt vom Angebot von Selbstbedienungslokalen oder den Vinotheken in der Pfalz. Es wird selbst und richtig gekocht.

Meine Empfehlung

Wir haben diesmal die Pasta – Tagliatelle mit einer Steinpilzrahmsauce und Parmesanhobel – sowie einen Flammkuchen probiert. Als Vorspeise einen Feldsalat mit gebratenem Ziegenkäse sowie die Kartoffelsuppe. Alles hat sehr gut geschmeckt, sehr gut gewürzt. Der Flammkuchen mit Parmaschinken und Ruccola würde ich salopp als Flammizza bezeichnen. Der dünne Boden war bestrichen mit einer tomatigen Sauce, überbacken mit Mozzarella sowie frischem Ruccola. Dieser konnte geschmacklich genauso überzeugen wie die Nudeln. Die Rahmsauce war allerdings alles andere als kalorienarm!

Ach ja, auf Nachfrage bekam ich auch eine kleine Portion Nachtisch. Mehr wäre auch nicht mehr reingegangen.

Die Preise

Sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis! Sicher trägt auch das Selbstbedienungskonzept dazu bei, aber bei einem maximalen Preis von 15 Euro für ein Hauptgericht kann man nicht meckern. Die Küche bietet keine Fertigware, sondern frische Eigenkreationen. Auch die Nachtische bleiben mit 2 bis  ca. 7 Euro im moderaten Bereich.

Die Weinkarte schließt sich dem an, die Preise liegen bei ca. 5 Euro je Viertel, großes Gewächs ist flaschenweise erhältlich (35-45 Euro). Wer Austern genießt kann sich dazu auch einen Champagner genehmigen.

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