Das Dessert-Paradies nahe Lauterbourg

Das ‚Tonneau Fleuri‘ haben wir bei einer der Supermarkt-Touren entdeckt. Nach dem Grenzübergang Lauterbourg an der ersten Ausfahrt Richtung Scheibenhardt befindet sich das Restaurant ca. 6 km entfernt. Es handelt sich um einen Familienbetrieb, der sehr gute, aber nicht abgehobene elsässische Küche bietet. Die Gäste waren gemischt, natürlich aufgrund der Grenznähe auch einige Deutsche. Daher wird auch Deutsch gesprochen.

Aus den Rezensionen war schon zu entnehmen, dass die Nachtische das Highlight dieses Restaurants sind. Also ein Fall für mich!

Das Ambiente

Das Restaurant hat einen großen Gastraum, der im hinteren Bereich etwas erhöht ist und die Tische werden durch eine Holzbrüstung optisch abgetrennt. Diese Plätze haben den Vorteil, dass man einen schönen Überblick über das Restaurant hat und schon mal ein Preview zum kulinarischen Angebot bekommt. Insgesamt ist das Lokal ein Mix aus alt und modern, die Rückwand des Lokals ist in einem warmen Braunton gestrichen, dazu passende, abstrakte Bilder. Es steht aber auch ein sehr schöner Kachelofen im Lokal. Leider ist der Boden gefliest, was das Ambiente etwas abkühlt.
Die Holzdecke ist wohl drin geblieben und ist etwas ‚out-of-date‘. Aber letztendlich entscheidet, was auf dem Teller landet.

Die Karte

Wie in französischen Restaurants üblich, sind drei Menüs im Angebot, die sich aus den Gerichten des A-la-carte-Angebots zusammensetzen. Die Menüs bestehen aus drei bis vier Gängen.

Zu finden sind alle Klassiker, die man sich im Elsass wünscht: Foie gras, Salade Gourmande, Schnecken, Flammkuchen, Rinderfilet. Auch Froschschenkel sind dabei, sicher eine Frage des persönlichen Geschmacks bzw. Einstellung. Bei den Fleischgerichten finden sich auch Cordon Bleu oder ein Kotelett.

Nicht direkt auf der Speisekarte sind die Desserts aufgeführt. Hierfür sollte man sich aber auf jeden Fall Platz lassen, denn die Dessertkarte bietet alles, was ein Süß-Junkie sich erträumt. Aber dazu später mehr.

Zusätzlich gibt es eine Tagesempfehlung, die auf einem Tischaufsteller mit der Speisekarte zu lesen ist. Die Weinkarte bietet neben offenen Weinen diverse Flaschen mit lokalen Tropfen (einiges aus Cleebourg) sowie Weine aus anderen französischen Regionen. Die Preise je Flasche sind bezahlbar, der Weisswein wird am Tisch im Kühler serviert.

Gestartet wird mit einem Gruß aus der Küche, bestehenden aus drei Komponenten. Bei unserem Besuch war dies eine sehr sehr gute Kürbiscremesuppe mit einem Käsestängchen sowie eine Löffel mit Presskopf und Linsen. Ein gelungener Beginn.

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Der Salade Gourmande kommt mit einem Dreierlei von Gänseleber, geräucherter Entenbrust sowie Räucherlachs. Der Salat war gut angemacht und die Leckereien waren geschmacklich ebenfalls sehr gut.
Als Hauptgang hatten wir uns ein Kalbsfilet sowie die Froschschenkel ausgewählt. Wie gesagt – das ist Geschmacksache – aber die dazu servierte Sahnesauce war ein Knaller! Sahne, Sahne, Sahne und Weißwein, mit Knoblauch und Kräutern á la minute zubereitet. Dazu ein ‚Touch du Chef‘, wie uns die Inhaberin auf Nachfrage lächelnd erklärte.

An den anderen Tischen hatten wir bereits die Frittes gesehen, die schön breit geschnitzt sind und in einem kleinen Körbchen serviert werden. Die Alternative sind hausgemachte Spätzle.

Meine Empfehlung

Nun zum Höhepunkt. Die Tochter des Hauses ist Patissière und verwöhnt die Gäste nicht nur mit den klassischen Nachtischen wie Creme bruleé oder Mousse au Chocolat. Die süßen Köstlichkeiten sind bei Preisen von max. 10 Euro sehr üppig und schmecken himmlisch! Alles ist natürlich selbstgemacht, Eis, Sorbet, Pralinen, Cremes. Wir haben uns die Dessert-Palette ausgesucht. Und dies ist hier wörtlich zu nehmen. Die Dessertvariation wird auf einer kleinen Mini-Palette serviert und umfasste Tiramisu, Panna Cotta mit Rum-Früchten, Mousse au chocolat, ein Mini-Eclaire, ein hervorragendes Kiwi-Sorbet sowie zwei kleine Pralinen bzw. ein Mini-Macaron.

Aufgrund unseres Platzes mit Überblick, konnten wir auch die an anderen Tischen servierten Nachtische sehen – nein bewundern! Der Moulleux au Chocolat wird mit Vanilleeis und einer Vanillesauce serviert. Bei Eis und Sorbet können jeweils drei Sorten ausgewählt werden und werden nebeneinander auf einem länglichen Teller angerichtet. Der Espresso Gourmet bietet neben dem Getränk auch drei Mini-Desserts.

In diesem Fall sagt das Bild mehr als alle Worte….

Ach ja, mein Genussbegleiter, der sich nichts aus Desserts macht, konnte nicht umhin, mehr als einen Löffel mitzuessen. Und das will was heißen!

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Die Preise

Um es Kurz zu machen, wir haben für drei Gänge, Wein, Wasser und Espresso am Ende unter 100 Euro bezahlt. Sensationell ist das Dessertangebot, nicht nur vom Geschmack, sondern auch vom Preis. Die Palette kostet keine 10 Euro, alle anderen Dessert liegen bei ca. 8 Euro. Hier erlebt man oft ganz andere Größenordnungen.

Online

Bisher konnte ich keine eigene Homepage finden, aber google wirft Ergebnisse von tripadvisor, Michelin etc. aus.

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